Rejoicing in the sufferings

Der hl. Paulus sagt den Kolossern: “Jetzt freue ich mich in den Leiden, die ich für euch ertrage. Für den Leib Christi, die Kirche, ergänze ich in meinem irdischen Leben das, was an den Leiden Christi noch fehlt.” (Kol 1,24)

Wir können nur dann in unseren Leiden Freude empfinden, wenn wir den göttlichen Zweck des Leidens begreifen, das Endergebnis. Eines Tages briet eine Mutter von 7 Kindern in der Küche Kartoffeln.  Nach dem Braten war Öl übriggeblieben und die Mutter wollte das Öl auf den Vorplatz schütten. Dort spielten gerade ihre Kinder.
Die älteste Tochter war etwa 13 Jahre und die jüngste 3 Jahre alt. Als das dreijährige Kind seine Mutter aus der Küche kommen sah, lief es sofort auf sie zu. Die älteste Tochter erkannte, dass sich das Öl, das die Mutter soeben ausschütten wollte, auf das kleine Kind ergießen würde. So sprang sie auf die Kleine zu und stieß sie weg. Die Mutter, die von all dem nichts merkte, schüttete das Öl aus und es traf das Gesicht ihrer ältesten Tochter. Sie hatten kein Auto und es nahm einige Zeit in Anspruch, bis das Mädchen ins Krankenhaus gebracht werden konnte. Aber während dieser ganzen Zeit kamen folgende Worte aus ihrem Mund: „Herr, ich danke dir; o Jesus, ich danke dir.“ Wir können uns vorstellen, welchen Schmerz sie auszuhalten hatte, als das heiße Öl über ihr Gesicht rann. Aber dessen ungeachtet dankte sie Jesus, weil sie ihre kleine Schwester vor den Qualen retten konnte!

Ja, es gibt einen göttlichen Sinn hinter jedem Leiden, durch das wir gehen, und wenn wir uns dessen bewusst sind, können wir Leiden annehmen. Im Lukasevangelium im Kap. 23 wird uns die Szene der drei Kreuze auf dem Kalvarienberg geschildert. Die zwei Diebe hingen zu beiden Seiten Jesu. Der eine auf der linken Seite provozierte

Kalvarienberg – Karel Dujardin (WGoA)

Jesus: „Bist du denn nicht der Messias? So rette dich selbst und auch uns!“ Der andere hingegen sagte: „Uns geschieht recht, wir erhalten den Lohn für unsere Taten; dieser aber hat nichts Unrechtes getan“ (39-41). Hier verstehen wir die zwei Arten von Leiden, die wir durchmachen können. Wenn wir ‚abseits‘ vom Wort Gottes gehen, ein Leben führen, das Gott und Sein Wort abweist, Seinen Geboten nicht gehorchen, dann müssen wir die Folgen tragen. Aber das ist ein Ruf zu unserer Umkehr. Gott sagt:“ Wen ich liebe, den weise ich zurecht und nehme ihn in Zucht. Mach also Ernst und kehr um“ (Offb 3.19) Weil also nichts Unreines in das Reich Gottes hineinkommen wird“ (Offb 21, 27), erlaubt der liebende Gott, der möchte, dass hier und danach alle in Sein Leben eingehen, dass wir durch die ‚verdienten‘ oder ‚gerechten‘ Leiden gehen, „denn im Feuer wird das Gold geprüft und jeder, der Gott gefällt, im Schmelzofen der Bedrängnis“ (Sir 2,5). So gesteht König David demütig ein, „dass ich gedemütigt wurde, war für mich gut; denn so lernte ich deine Gesetze“ (Ps 119,71). Also lasst uns in unseren Leiden begreifen, dass unser liebender Gott Vater „uns zu unserem Besten zurechtweist, so wie Eltern ihr Kind zurechtweisen würden,  damit wir Anteil an seiner Heiligkeit gewinnen“ (Hebr 12, 5-10).

Der Dieb auf der rechten Seite wies darauf hin, dass ‚Jesus nichts Unrechtes getan habe‘. Ja, Er ertrug das Leiden zu Gunsten der sündigen Menschheit. Er zahlte die Schuld, die eigentlich von uns zu zahlen war. Daher war es ein ‚Leiden zum Heil anderer‘. Der heilige Paulus begriff diese Wahrheit und freute sich, als er den Sinn seines Leidens erkannte, in den ‚Bedrängnissen, in Nöten, in Angst, unter Schlägen, in Gefängnissen, in Zeiten der Unruhe, unter der Last der Arbeit, in durchwachten Nächten, durch Fasten, in Schmähung und dergleichen mehr‘ (2 Kor 6, 4-10). Er war bereit, Geburtswehen zu erleiden, bis Christus in allen Gestalt annimmt‘ (Gal 4,19).
Freuen wir uns also, wenn wir gehasst, verfolgt, ausgestoßen oder verspottet werden, wenn wie für das Gute, das wir anderen tun, Böses ernten, usw. Denn in solchen Augenblicken bekommen wir eine Chance, an Christi Leiden teilzuhaben, der nicht für Seine eigene Schuld litt, sondern bereit war, ‚die Mauer zu reparieren und in die Bresche zwischen dem heiligen Gott und der sündigen Menschheit zu springen‘ (Ez 22,30). Seines war das ‚unverdiente‘ oder ‚ungerechte‘ Leiden. Die hl. Therese of Lisieux sagte: „Wir können mehr Seelen für Christus durch unsere alltäglichen Leiden gewinnen als durch unsere Belehrungen. Lasst uns erkennen, wie der Hl. Geist es durch den hl. Paulus enthüllt, dass ‚Leiden eine Gnade ist, ein Vorrecht‘ (Phil 1,29). Lasst uns unsere Leiden mit denen Christi vereinigen und dem himmlischen Vater aufopfern als Sühne für unsere eigenen Sünden und für viele, die sich von Glauben entfernen.

In der frühen Kirche stärkten die Apostel die Seelen der Jünger und sprachen ihnen Mut zu, treu am Glauben festzuhalten, indem sie sagten: „Durch viele Drangsale müssen wir in das Reich Gottes gelangen“ (Apg 14,22). Lasst uns ‚leben, wie Jesus lebte‘ (1 Joh 2,6); machen wir unsere Leiden zu ‚erlösenden Leiden‘ wie jenes Jesu, der ‚kam, um sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele‘ (Mk 10,45). Nur so können wir Sinn und Freude in unseren Leiden empfinden. Möge Gottes Hl. Geist unseren Verstand erleuchten, uns mit göttlicher Weisheit, Mut und Tapferkeit erfüllen.

Mary Pereira.